Gemoje,

es gibt Abende, da liege ich mitten im Studio und überlege. Überlege, was ich noch alles anstellen kann. Vor kurzem hatte ich ein “Frame” Strecke gemacht. Muss aber dann doch gestehen, nach nur 5 verschiedenen Modellen wurde es für mich langweilig. Wieso auch immer, da mir die Bilder echt sehr gut gefallen. Aktuell hab ich nen kleinen Farben- und Augentick, ich weiß aber auch hier, dass er nicht lange anhalten wird.
Und so liege ich da und überlege, was ich alles anstellen kann.

Bilder neu erfinden ist ja eh fast unmöglich, denn irgendwo im Netz schwirrt bestimmt ein ähnliches schon rum, ob man es nur selbst gesehen hat, ist da noch eine andere Sache. Aber im Grunde ist das Netz ja das Beste um sich Inspirationen zu holen.
Ich folge auf Facebook und Instagram einigen Fotografen und Modellen, und die Flut an tollen Bildern ebbt einfach nicht ab. Bei mir sind es aber ganz speziell 3 Fotografen, die mich inspirieren, Felix Rachor (FB-Link), Dom Quichotte (FB-Link) und Jens Burger (FB-Link). Ich glaube auch, dass einige meiner Bilder sich sehr mit Bildern deren 3 ähneln. Und ja, ich kopiere. Aber nicht um auf einer Welle mit zu schwimmen, die gerade gehypt ist, sondern um zu lernen und zu verstehen, wie das Bild entstanden ist.
Denn ich denke wenn man das weiß, kann man jedes Bilder für sich weiterentwickeln, die eigene Handschrift verpassen.
Jens Burger zum Beispiel, er setzt so viel Zeugs ein, was eigentlich gar nichts mit der Fotografie zu tun hat und Dinge bei denen man echt nie denken würde, dass man damit shooten kann. Daher meine vielen Besuche in Baumärkten. Und ich kann euch sagen, wenn das Wetter besser wird und wieder überall Flohmärkte sind, bin ich noch mehr auf Shoppingtour.

Was mich auch immer wieder auf neue Ideen bringt, sind die Insa-Stories bei Felix Rachor, man sieht direkt wie er es anstellt und kann so einiges lernen und für sich umsetzen. Egal ob Marta mit nem Gebläse rumturnt oder Felix und Lien Sachen am vorbereiten sind.

Das mag ich an denen so, sie zeigen etwas von sich und der Arbeit drum herum und da ist nicht nur der Gedanke “Alles mein” oder “wer was wissen will mus zahlen”.

Aber auch viele Modelle zeigen Making Of Bilder vom Set, aus der Visagie oder vom Shoot direkt. Da bekommt man so viele Eindrücke, wie und womit andere Arbeiten. Gehts denn besser?!

Im Grunde gehe ich einfach nur mit offenen Augen durch die Gegend und schaue mir andere Bilder im Netz an. Manchmal macht es echt sofort klick und da ist das Bild im Kopf und manchmal halt nicht. Manchmal sind die Ideen auch etwas größer, dann heißt es erst wieder basteln und werkeln.
Und vor allem schreibe ich mir alles auf. Die Idee an sich, was ich brauche, was ich dafür schon habe und teilweise auch mit Skizze.
Ab und zu hab ich auch einfach ein Wort im Kopf und das schreibe ich mir auf, irgendwann kommt dann auch eine Idee dazu oder es kommt ein zweites Wort, welches echt passend zum ersten ist und so kommen so manche Ideen.

Aber auch halt spontan, Shoot läuft, ich finde ne Kette und bastel schnell ein “Schmuckstück”. Ich würde fast sagen “die Komfortzone” verlassen, aber ich hab so was eigentlich nicht. Klar ich mach weniger Outdoor, man könnte sagen, das Studio ist für mich diese Zone, aber selbst draußen möchte ich nicht einfach nur das Model ins Gegenlicht stellen und fotografieren, da soll auch einiges mehr sein. Ideen für draußen sind da und werden auch noch umgesetzt, wenns warm und trocken ist.

Hoffe, ich konnte euch etwas Einblick geben, was mich so antreibt. Wenn ihr Fragen habt, einfach schreiben.

un wech