Gemoje, vor kurzem hatte ich eine tolle Unterhaltung auf Instagram im Bezug zu Lob und Kritik. Angefangen hat es eigentlich, dass Vanessa mir nur geschrieben hat, dass sie meine Bilder total schön findet. Einfach so, aus nem nichts. Das hat mich in dem Moment irgendwie beeindruckt, aber auch etwas nachdenklich gemacht. Es war zwar nur ein Satz, aber von jemand völlig unbekannten und auch nicht mal mit der Frage nach einem Shooting, einfach nur so. Hat mich schon gefreut sowas zu lesen. So sind wir dann ins Gespräch gekommen.

 

Weshalb wird oft nur Kritik, zum größtenteils nicht mal konstruktiv, geübt, aber ein Lob kommt da schon seltener vor. Ist es ein Eingeständnis, dass jemand anderes etwas besser kann wie man selbst, oder wird eine gute Leistung einfach als zu selbstverständlich gesehen? Und warum kommt Kritik immer so schnell? Macht es dann die eigenen Arbeiten sofort besser, weil ich über ein Bild von jemandem anderen eine Kritik geäußert habe? Oder vielleicht auch der Gedanke, wenn ich jemand anderen Lobe, gehen die Leute ja zu denen, wenn ich sie aber kritisiere, dann kommen sie zu mir? Sowas von schwachsinnig.

 

Lob und Kritik sollte sich die Waage halten. Wenn von ein und der gleichen Person immer nur ein “geil” – “cool” oder ähnliches kommt, kann man es auch schnell als belanglose Floskel auffassen und ein “das Bild ist Scheiße” ist auch keine Kritik, das ist deine Meinung und damit kann ich gut leben, aber eine Antwort brauch man da nicht erwarten. Die Art und Weiße ist da auch wichtig. Ich bin der Meinung, wenn man ein Bild wirklich konstruktiv kritisiert, dann lernt man selbst noch was, da man sich mit der Arbeit beschäftigt und es auf seine eigene Arbeit übernehmen kann. Eine Kritik sollte etwas bewirken, also Denkanstöße geben, Verbesserungsvorschläge machen, sowas bringt allen etwas. Ich achte auch drauf, wer das Bild überhaupt veröffentlicht hat. Bei einem vom Model gepostetem Bild, das Licht oder die Schärfe zu kritisieren, finde ich nicht sonderlich sinnvoll. Das Model kann ja eh nichts dafür.

 

Was aber auch extrem wichtig ist, wie man jeglicher Kritik gegenübersteht. Wenn die Kritik konstruktiv und sinnvoll ist, ist es doch normal, dass man selbst darauf antwortet, oder nicht? Ein “Danke, werde ich mal versuchen” oder ähnliches, tut ja nicht weh. Der Satz: “das war so gewollt/das war Absicht.” mhhh, wenn man selbst dann nicht dabei schreibt, welches Ziel man verfolgt hat, ist es wohl oft eine Ausrede, da man sich einen Verbesserungsvorschlag nicht eingestehen kann. Ist zu mindest meine Meinung, da ich sehr viel ausprobiere und das bei mir schon einige Male der Fall war. Es war mit voller Absicht so gemacht, wurde kritisiert, habe die Kritik aufgenommen und dann auch umgesetzt.

 

Was ich in der letzten Zeit auch oft gelesen habe: “Boar, die ist ja dünn, die muss mal was essen.” Sowas ist genau so verletzend, wie wenn man einer fülligen Person sagt, sie soll nachts die Käse-Sahne Torte mal aus dem Leib lassen. Wenn man dünn bzw sehr schlank ist, ist es nicht automatisch der Wahn einem Ideal zu entsprechen, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es oft andere gesundheitliche Gründe hat, oder einfach nur eine “gute” Veranlagung. Für mich ist also beides ein No-Go!

 

Und wenn einfach mal ein Bild nicht gefällt, drüber scrollen und Schnauze halten. Ist halt alles Geschmackssache.

 

Ebenso auch mit dem Lob. Einfach mal dazu schreiben, warum einem das Bild gefällt. Daran sieht man, dass man das Bild echt angesehen hat. Oder auch, dass man den Stil mag oder eine Serie echt dufte findet. Gibt da ja auch unzählige Möglichkeiten.

 

Dabei ist es echt egal, ob nun bei Facebook, Instagram oder im Fotoblog. Wenn ein Bild gefällt, dann kann man es zeigen. (Thump up) Denn Feedback für Fotografen, aber auch Modelle, ist schon wichtig und bei “Made My Day” kann es ja auch fast jeder.

Und wech
euer Flo