Gemoje,

wenn mich jemand fragen würde, wie mein Jahr 2016 war und ich es in einem Satz beschreiben soll… mhhh… “Es war ein turbulentes und veränderndes Jahr 2016 für mich, jedoch mit einem guten Ende”

Die größte Veränderung ist ja leicht ersichtlich. Weniger, viel weniger Outdoor Shootings, im Gegenzug kam das Studio. Zu diesem “Cut” kam es Ende Mai, zusammen damit hatte ich meine Facebook-Seite, sowie mein Profil gelöscht und erst mal Pause gemacht.

Es war eine Wohltat, keine ständigen Benachrichtigungen mehr zu bekommen. “Halte deine Seite auf dem laufenden”, “XYZ hat ein Bild hier und dort gepostet” usw.
Ich hab zwar wieder eine neue Seite angelegt (FB-Link: Florian Wolf), jedoch hat sich meine Haltung zu Facebook, eigentlich generell zu den sozialen Medien in der Richtung sehr geändert.

Denn woran wird ein gutes Bild gemessen?
Daran, dass es perfekt retuschiert ist? Daran, dass es gar nicht retuschiert ist? Daran, wie viele Likes es hat? Daran, wer auf dem Bild zu sehen ist? Daran, wer das Bild gemacht hat? Daran, dass der Stil grad im Trend ist? Daran, dass man genau gegen einen Trend fotografiert?
Wenn alle Beteiligten mit dem Endergebnis zufrieden sind, dann ist es ein gutes Bild! Das ist zumindest meine Meinung dazu.

 

Da ich bei mir und der Outdoor-Fotografie keine Entwicklung mehr gesehen habe, es mir auch ehrlich gesagt echt langweilig wurde, ich sehr viel kreativer werden wollte, hatte ich den Entschluss gefasst, ein Studio einzurichten. Obwohl ich da auch noch nicht wusste, ob es mir liegt, ob die Kreativität bleibt. Wer es aber nicht versucht, hat schon verloren.

Oft wurde ich belächelt, “Studio-Fotografie…” Langweilige Portraits nach Schema F in der Massenproduktion. Genau das ist es nicht.
Dazu gehört halt auch ein gewisses Engagement, Zeit und viel Aufwand, um Ideen umzusetzen, denn eine lebensgroße Barbie Verpackung baut sich nicht mal schnell auf, man klebt auch nicht mal bei einer Zigarette über 600 Strohhalme auf.
Und dieser ganze Aufwand eigentlich nur für 2-3 Bilder.
Man könnte sich fragen, ob ich nicht total bescheuert bin. Und diese Frage würde ich dick grinsend mit “JA” beantworten.
Ich betreibe diesen Aufwand gerne, mir macht es Spaß zu basteln und zu werkeln.

Es sind zwar viel weniger Shootings als früher, es gehört halt auch mehr dazu, als 2 Objektive und die Kamera in die Tasche zu packen und zu shooten.

Ich hatte echt schnell gemerkt, dass das Studio das ist, was ich aktuell will, wie es weiter geht, steht immer offen. Die Ideen gehen mir zumindest jetzt noch nicht aus.

 

Auch wenn es sich Arrogant anhören mag, aber diesen Aufwand betreibe ich nicht für jedes Model. Zum einen muss es zur Idee passen. Da ich auch viel in der Portrait-Richtung unterwegs bin, lege ich Wert darauf, dass sie mit der Mimik überzeugen kann.
Auch ein gewisses Engagement von Seiten des Models erwarte ich. Ideen bei der Outfitwahl, generell einfach ein Mitwirken am Projekt.
Bei Anfragen merke ich schon schnell, ob es eine “Ich will einfach nur mal solche Bilder” oder “ich möchte mit ihm was neues, kreatives umsetzen” Anfrage ist.

Das ist auch der Hauptgrund, warum Christin und ich so oft zusammen arbeiten. Sie ist engagiert, sie weiß, was sie will und kann, sie bringt neue Ideen ein und trinkt mir dabei die ein oder andere Dose Red Bull weg.
Heißt aber nicht, dass ich nicht gerne auch mit anderen Modellen solche Ideen umsetze. Liebend gerne, wenn es passt, reiße ich mir auch den A**** auf, damit was ganz Neues, Individuelles entsteht.
Es soll auch nicht abschrecken, mich anzuschreiben. Ich habe auch zB 2-3 Serien am laufen, also einfach mal anschreiben.
Eine komplett fertige Idee muss es ja nicht sein, aber ein “ich will shooten” ist halt auch zu wenig. Ein paar Beispielbilder, in welche Richtung es gehen könnte, reichen ja echt aus.

Aber irgendwie bin im vom eigentlichen Thema ein bisschen abgekommen.

Mit dem Weg zum Studio bin ich richtig zufrieden und mir hat das fotografieren und das drum herum noch nie so viel Freude bereitet wie im Moment.

Ich danke allen, die Teil dieses Weges waren, allen Modellen, mit denen ich zusammen arbeiten durfte, sei es am Anfang vom Jahr bei den Outdoor- und On Location Shootings wie auch den in den Anfängen vom Studio bis Heute. Allen Fotografen, die ich bei den vielen Treffen kennenlernen durfte.

Was freu ich mich tierisch auf 2017, auf neue Projekte, auf neue und bekannte Gesichter und ich bin selbst gespannt, wo die Entwicklung hin geht. Ein paar Ziele habe ich schon grob gefasst, kommen dann hier Anfang nächsten Jahres. Also einfach mal rein schauen.

un wech