Man sieht meistens nur die fertigen Bilder, aber wer hinter der Kamera steht, das bleibt oft ein Geheimnis. Aber selbst mich interessiert es auch, wer da die Bilder macht und vor allem das warum. Daher habe ich die liebe Catrin von Blitzlichtgewitter ein bisschen ausgequetscht. 

Seit wann fotografierst du?
Puh … was für eine schwere Frage!
Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich an ein Leben ohne Kamera gar nicht mehr erinnern. Irgendeine Knipse stand immer bei mir rum. Davon zeugen auch die vielen Fotoboxen mit Prints aus so vielen Jahren – die ich irgendwie auch mal alle digitalisieren wollte. Meine erste Spiegelreflex habe ich vor 10 Jahren geschenkt bekommen und mit ihr habe ich auch bis 2014 fotografiert. Damals musste wirklich alles herhalten – Landschaften, Tiere, Blumen, alles. Von dem Zeitpunkt an habe ich die Kamera eigentlich auch nicht mehr aus den Händen gelegt.
Den Ausschlag, mehr daraus zu machen, hat ein eigenes Shooting 2014 gegeben. Ich stand bei einer tollen Fotografin aus dem Nachbarort vor der Kamera und da war mir klar, dass ich das auch machen will. Ich hab dann einfach ganz frech gefragt, ob ich ihr mal einen Tag über die Schulter schauen darf. Ein paar Wochen später war ich Second Shooter bei einer Hochzeit und einem Junggesellinnenabschied. Irgendwie war das die Geburtsstunde von Blitzlichtgewitter und auch der Paukenschlag für mich in der Fotografie – im Juli 2014.

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Marei

Ist die Fotografie dein Job oder das Hobby?
Hobby und genau das soll es auch bleiben.
Ich freue mich über den einen oder anderen Pay-Job, um einfach mein Equipment immer mal wieder ein bisschen besser auszustatten, aber ich liebe meinen Hauptjob im Bereich Marketing und Kommunikation. Ich würde ihn auch nicht aufgeben – dafür bin ich einfach auch zu sehr ein Sicherheitsmensch. Nicht zu wissen, was im kommenden Monat auf meinem Konto ist, dieses Kribbeln brauche ich nicht. Dennoch ist es ein Hobby, in das ich viel Zeit und sehr viel Herzblut stecke. Es liegt mir am Herzen, die Menschen, mit dem was ich mache zu begeistern und glücklich zu machen.
Da meine bessere Hälfte auch fotografiert, passt das einfach unglaublich gut. Ich glaube, wenn nur einer von uns beiden das machen würde, wäre es wirklich schwierig. So können wir beide an den Wochenenden exzessiv fotografieren und das Verständnis ist einfach da.
Also ja – Hobby mit voller Leidenschaft und Einsatz – als Hauptjob ausgeschlossen!

Aus welcher Region kommst du?
Ich bin ein echtes Meenzer Mädsche – also sprich aus der wunderschönen Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Fotografisch bewege ich mich aber schon im ganzen Rhein-Main-Neckar-Raum – manchmal auch mehr Richtung Norden.

Was hat dich zur Fotografie bewegt?
Ich möchte Erinnerungen einfrieren und für die Ewigkeit bewahren.
Ich möchte in die Seelen der Menschen blicken und ihr Innerstes auch außen zeigen können.
Ich möchte einfach mit meinen Bildern bewegen und Geschichten erzählen, die vielleicht noch nie erzählt wurden.
Ich weiß, das klingt jetzt alles so tierisch philosophisch.
Eigentlich heißt das nur, dass ich tolle Bilder machen möchte, die die Menschen begeistern.
Ich kann das nicht gut erklären, aber es ist irgendwie ein innerer Drang, dem ich nachgeben muss, weil ich sonst irgendwann platze. Ich merke das immer dann, wenn ein shootingfreies Wochenende ansteht. Ja, natürlich freue ich mich darüber, einfach auch mal Zeit für mich zu haben. Aber mir fehlt das „Klick“-Geräusch dann wirklich. Wie gesagt, es ist total schwer zu erklären. Aber jeder, der vor oder hinter der Kamera steht, kann das vermutlich verstehen.

 

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Zwar kein Model, aber ein echt genialer Fotograf – Soul PeekDSC_6187_web

Mimi Uniquehorn

Wie würdest du deine Fotografie / deine Bilder beschreiben (Stilrichtung zB.)
Du kannst wirklich Fragen stellen. Gibt es dafür ein Wort?
Ein Model sagte letztens zu mir, ich wäre perfekt für den düsteren, gefühlvollen Stil.
Puh … ok … momentan bzw. schon länger habe ich wohl so einen Tick, die Bilder etwas dunkler zu gestalten. Ich bin einfach nicht der Mensch, der dieses Hell-freundlich-mädchenhaft-romantische mag. Es passt auch so überhaupt nicht zu mir. Deshalb fühle ich mich in diesem Bereich wohl auch gerade sehr wohl. Aber eigentlich will ich mich überhaupt nicht in eine Schublade stecken lassen und schon gar nicht selbst stecken. Ich experimentiere viel, ich schaue, in welchen Richtungen es gehen kann und was mir Spaß macht.
Aber eigentlich bist du ja der Profi, Florian! Wie würdest du denn meine Bilder beschreiben?

– Ob ich dich jetzt in eine Schublade stecke, weiß ich nicht. Finde deine Bilder sehr Abwechslungsreich, obwohl schon eine Richtung zu erkennen ist. Es stecken halt echt viele Emotionen drin, sei es vom Ausdruck oder Posing des Models, aber auch durch deinen Bildaufbau. Das Spiel mit Licht und Schatten, der Einsatz von Störern und auch die echt unterschiedlichen Perspektiven unterstützen die Bildaussage enorm.
Von fröhlich über nachdenklich bis traurig, es ist alles dabei. Gefällt mir richtig gut.

Ohne viel zu verraten, planst du in diesem Jahr noch was Größeres oder möchtest du experimentieren?
Ja, so ein bisschen was ist definitiv in Planung.
Ich möchte den Bereich Fashion ein bisschen ausbauen und arbeite zurzeit mit drei Designern aus komplett unterschiedlichen Stilrichtungen zusammen. Es macht mir einfach Spaß, einfach mal was total anderes zu machen. Und da sind schon einige Shoots geplant. Zudem bin ich mit einer Mainzer Künstlerin gerade dabei, ein unglaublich tolles Projekt zu starten. Wenn alles gut läuft, dann wird das sogar schon im März umgesetzt. Mehr will ich da aber auch noch nicht verraten.
Ansonsten wird es immer so sein, dass meine Wochenenden der Fotografie gehören. Ich will Spaß haben, Neues ausprobieren, meine Grenzen ausloten und einfach tolle Bilder machen.
Ich mache dieses Jahr ja mein 366 Tage Projekt. Das ist für mich wirklich eine Herausforderung, weil es heißt, jeden Tag ein spannendes Bildmotiv zu finden. Zudem muss ich auch häufiger vor die Kamera und das kostet mich echt Überwindung. Aber das will ich auf jeden Fall durchziehen.

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Despicable Vin

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Meike B.

Träume/Ziele in der Fotografie?
Ja, die gibt es … zur Genüge!
Ich möchte einmal meine Bilder gerne in einer Ausstellung sehen.
Ich glaube, davon träumt jeder, der irgendwie Kunst macht. Dass die eigenen Werke irgendwo hängen und Menschen davor stehen und darüber sprechen.
Zudem würde ich gerne irgendwann einmal ein Buch mit meinen Bildern haben – nicht nur für mich, sondern für die breite Masse. Mit meinen Kurzgeschichten habe ich das jetzt schon dreimal geschafft und es ist einfach ein tolles Gefühl.
Zu guter Letzt gibt es da natürlich noch ein paar Menschen, die ich gerne mal persönlich treffen würde und mich mit ihnen austauschen mag. Aber daran arbeite ich auch stetig!

Mehr Bilder von Blitzlichtgewitter gibts hier:
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